„… moderne Jazz-Vokalkunst!“
Jazzthing, Oktober 2012

„Musik ist Sprache, Jazz ein Idiom, die Stimme das erste Instrument. Sie schlägt Brücken zwischen musikalischer Textur und Text, macht ernst mit dem Dialog, und wer sie erhebt, sollte etwas zu sagen haben. Anette von Eichels Stimme ist eine Naturschönheit, außergewöhnlich und unverwechselbar in mehrfacher Hinsicht: Tief und kehlig, mit warmem Timbre, kraftvoll und pointiert, in den hohen Lagen klar und immer transparent. Zwei weitere hervor stechenden Merkmale als Sängerin und Musikerin sind Anettes Art sich im Bandplay mit ihren Mitmusikern zu bewegen und Anettes persönlicher Charme, der ihr Singen und Musizieren durchdringt.“
Veranstalter-Info

Aufgewachsen in einer sehr ländlichen Gegend in Nordhessen habe ich von 1994-1998 Jazzgesang am Koninklijk Conservatorium Conservatorium in Den Haag (NL) studiert. Meine wichtigsten DozentInnen dort waren Rachel Gould, Jeanne Lee , Ineke Heijliger, Sasja Hunnego und Frans Elsen. 1998 habe ich meinen Bachelorabschluss auf dem Konservatorium gemacht, im Jahr 2000 folgte mein Masterabschluss mit Auszeichnung im Jazzgesang.
Parallel zum Musikstudium habe ich ab 1995 ein Studium der Europäischen Expansionsgeschichte an der Rijksuniversiteit Leiden (NL) absolviert.

Im Jahr 2001 ist meine Debut-CD „Welcome To My World“ erschienen, die schon damals sehr gut von der Kritik aufgenommen wurde. Es folgten weitere CD-Produktionen und musikalische Projekte mit u.a. Matthias Bergmann, Jasper Blom, Jonas Burgwinkel, Rainer Böhm, Wolfert Brederode, Hein van de Geyn, John Hollenbeck, Marko Lackner, Robert Landfermann, Florian Ross, Jesse van Ruller, Matthias Schriefl, u.a.

Mit meinem neuen Projekt „Golightly“ habe ich im September 2012 meine neueste – gleichnamige – CD veröffentlicht, die von der Fachpresse und von den Hörern sehr gut aufgenommen wird, was mich wirklich sehr freut. Für diese CD habe ich mir eine neue Dream Band ausgesucht mit Florian Ross (hammond), Jesse van Ruller (git), John Hollenbeck (dr) and Jasper Blom (sax, clar). Die Zusammenarbeit mit der Band ist für mich eine ganz tolle Erfahrung. Protagonistin der CD ist Holly Golightly, die Heldin von Truman Capote’s Breakfast At Tiffany’s und die Art, wie sie das Leben sieht. Die CD soll ein Klangportrait für den Hörer sein und lässt Holly als Person einen Soundtrack geben.

Wenn Sie mich fragen, was mein Beruf ist, ist meine Antwort, dass ich Jazzsängerin und Jazzmusikerin bin. Jazzsängerin und -musikerin zu sein, ist für mich wichtig. Ich möchte in einer Band auf einer Ebene mit den Instrumentalisten kommunizieren und die musikalische Dynamik auskosten und gestalten. Jazzgesang ist für mich das Spannungsfeld von Song, Poesie und Improvisation – im energetischen Wechselspiel mit meinen Mitmusikern. Ich bin einer großer Fan der Interpretation von Texten durch Sound, Phrasing, Timing, Arrangement und Improvisation, und ich bin immer auf der Suche nach dem magischen Moment im Musizieren in einer Band.

Schon relativ bald habe ich neben meiner Arbeit als Sängerin das Unterrichten von Gesang und Musik für mich entdeckt. Mich fasziniert die gemeinsame Suche nach dem tiefen Verständnis und dem tiefen Empfinden von Musik und dem Instrument Stimme. Ich als Musikerin merke, dass ich dieses tiefe Verständnis für den Jazz und das Singen immer wichtiger finde je länger ich selber Musik mache. Seit 2010 bin ich Professorin für Jazzgesang auf der Hochschule für Musik und Tanz in Köln. Davor hatte ich verschiedene Lehraufträge auf den Musikhochschulen in Köln, Den Haag und Osnabrück.

Seit 2006 lebe ich wieder in Deutschland und habe meinen familiären Lebensmittelpunkt in Köln.